Albaner See 1

Kaiser Domitian ließ, als Ergänzung zu seinem städtischen Herrscherpalast auf dem Palatin in Rom, im nur 20 Kilometer entfernten Castel Gandolfo eine prominent gelegene und prächtig ausgestattete Villa errichten. Von der Via Appia bis zum Albaner See erstreckte sich das Gebiet der kaiserlichen Villa und ist heute noch durch zahlreiche Gebäude-, Mauer- und Straßenreste nachweisbar.

Die ländliche Villa war traditioneller Rückzugsort der gehobenen Schicht vom hektischen städtischen Leben und galt daher als Ort des otium, der Ruhe und Muße. Um diesen Bautyp für das öffentliche und repräsentative Kaiseramt nutzbar zu machen, wurden für eine Villa untypische Elemente integriert bzw. Bauten mit neuen Funktionszuweisungen versehen.

Der traditionelle Bau entwickelte sich grundlegend weiter und erhielt eine neue architektonische und kulturgeschichtliche Komplexität, die bereits durch die Einzeluntersuchungen der älteren Forschungen, insbesondere für das Theater und die Kryptoportikus, greifbar wird. Das 2014 angelaufene Forschungsprojekt untersucht die Gesamtanlage als solche. Die Beobachtungen und Ergebnisse der älteren Forschungen werden mit allen weiteren baulichen Resten der Anlage, ihren Ausrichtungen zueinander, sowie der Straßen- und Wegeführung im architektonischen Gesamtzusammenhang kombiniert und betrachtet, um Rückschlusse auf den funktionellen und kulturellen Wandel im Gebiet am westlichen Kraterrand des Albaner Sees, mit besonderem Augenmerk auf die imposante Villa des Domitian, ziehen zu können.

Referentin: Dipl.-Ing. (FH) Karoline Manfrecola M.A.

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend am Montag, den 08.02.2016 um 19:00 Uhr im AIV, Bleibtreustrasse 33, 10707 Berlin.

Terrassenmauer 1

Weitere Termine dieser Reihe:

22.02.2016: Jüdische Bauherren und Architekten am Wannsee (Sabrina Flörke)

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