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Aus religiösen Gründen kamen die Mitglieder der württembergischen Tempelgesellschaft 1868 nach Palästina und gründeten dort bis 1906 insgesamt sechs Siedlungen, die sogenannten Deutschen Kolonien. Im Vortrag wird der Fokus auf die 1871 gegründete, heute zum Stadtgebiet von Tel Aviv gehörige Siedlung Sarona gerichtet.

Nachdem die zum Teil der NSDAP angehörigen Templer während und nach dem Zweiten Weltkrieg wegen ihrer deutschen Staatsbürgerschaft aus dem britischen Mandatsgebiet Palästina ausgewiesen wurden, wurde Sarona – unter dem neuen Namen HaKirya – zum Sitz von israelischen Ministerien und später des Militärs. In den 2000er Jahren wurde ein Teil der Siedlung unter Denkmalschutz gestellt, saniert und zu einem Open-Air-Einkaufszentrum transformiert.

Der Vortrag beschäftigt sich mit den Bau- und Nutzungsphasen von Sarona und geht insbesondere der Frage nach, wie dieser Ort zu verschiedenen Zeiten wahrgenommen wurde und wie diese Wahrnehmungen den Umgang mit der Bausubstanz beeinflussten. Besonders aufmerksam werden dabei die Inszenierung und Ausgliederung bestimmter historischer Schichten im aktuellen Nutzungskonzept der Sarona Shopping Village analysiert.

Zofia Durda schloß ihrem Architekturstudium an der Technischen Universität in Berlin, Beuth Hochschule für Technik in Berlin und an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem, Israel ein Denkmalpflegestudium an der Technischen Universität in Berlin an. Zur Zeit ist sie Doktorandin am Lehrstuhl für Denkmalpflege an der BTU Cottbus-Senftenberg und assoziiertes Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“.

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend am Montag, den 25.01.2016 um 19:00 Uhr im AIV, Bleibtreustrasse 33, 10707 Berlin.

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Weitere Termine dieser Reihe:

08.02.2016: Die Villa des Domitian in Castel Gandolfo (Karoline Manfrecola)

22.02.2016: Jüdische Bauherren und Architekten am Wannsee (Sabrina Flörke)