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Zu einer spannenden Diskussionsrunde zum Thema ZLB Zentral- und Landesbibliothek Berlin mit

Dr. Andreas Degkwitz (Leiter der Gebr.-Grimm-Bibliothek, HU)
Prof. Jens Casper (BTU Cottbus, Mitglied der Jury / Neubau der ZLB)
Alexander Lohhausen (KSP Jürgen Engel Architekten, ZLB Planung für das ICC)
Volker Heller (Direktor ZLB)
Barbara Schneider-Kempf (Generaldirektorin Staatsbibliothek)

 

möchten wir Sie herzlich einladen.

Gesprächsleitung:  Dr. Peter Lemburg und Prof. Dr. h.c. Wolfgang Schuster vom AIV zu Berlin
Termin: Montag, 01.Juli 2013 um 19 Uhr im AIV

Um Anmeldung wird gebeten:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Fax 030 / 8854583


Die ZLB entstand zum 1. Oktober 1995 durch ein Berliner Landesgesetz als rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts. In der Stiftung wurden die Amerika-Gedenkbibliothek und die Berliner Stadtbibliothek zusammengefasst. Mit dem Bibliotheksrechtsänderungsgesetz wurden der Stiftung zum 1. Januar 2005 auch die Senatsbibliothek Berlin und der Berliner Gesamtkatalog angegliedert. Die Bibliothek verfügte im Jahr 2011 über 3,4 Millionen elektronische und gedruckte Medien. An der ZLB ist das Kompetenzzentrum Bestandserhaltung für Archive und Bibliotheken in Berlin und Brandenburg (KBE) beheimatet. Gegründet wurde es durch eine Initiative der Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.


Rechtlich ist die Einrichtung eine Stiftung. Die Rechtsaufsicht der ZLB obliegt der Kulturabteilung des Senats, diese ist der Senatskanzlei zugeordnet – also dem Regierenden selbst, vertreten durch den Staatsekretär André Schmitz.


Seit 1995 gab es zahlreiche Pläne der ZLB, oder besser des Senats, einen neuen Standort und damit ein neues Gebäude zu errichten, um die unterschiedlichen Bibliotheksstandorte zusammen zu fassen.  Als Bibliotheksnutzer muss man aber auch feststellen, dass die unterschiedlichen Einrichtungen der Landesbibliothek gut funktionieren und die Aufteilung der Inhalte keine wirkliche Schwierigkeit für die Nutzer darstellen.


Das Haupthaus der ZLB ist die Amerika Gedenkbibliothek – ein Monument für die Freiheit Berlins. Das Gebäude wurde nach einem Entwurf der Architekten Willy Kreuer und Fritz Bornemann 1954 eingeweiht. Die beengten Verhältnisse als Belegbibliothek der Freien Universität führten bereits in den 80 er Jahren zu Erweiterungsprojekten der AGB.
Mit dem Fall der Mauer hat sich mittlerweile die Bibliothekslandschaft in Berlin völlig neu geordnet. Die Universitäten haben ihre Bibliotheks-Neubauten erhalten.  Mit der zusätzlich errichteten Philologischen Bibliothek der FU von Norman Foster wurde der Henry-Ford-Bau kapazitär entlastet und konnte dann umgebaut, erweitert und modernisiert werden. Die TU und UDK haben einen Neubau in der Fasanenstraße erhalten. Die Volkswagenbibliothek ist von Noebel/Jeromin konzipiert. Die Humboldt hat mit der Gebrüder Grimm Bibliothek von Dudler einen Neubau erhalten. Die Kunstbibliothek ist von der Jebensstraße ins Kulturforum umgezogen. Mit der Staatsbibliothek Unter dem Linden ist der letzte große Bibliotheksneubau in der Berliner Kulturlandschaft angekommen.


Und außerdem gibt es noch eine weitere Großbibliothek im Kulturforum, die Staatsbibliothek von Hans Scharoun. Mit der Staatsbibliothek unter den Linden und im Kulturforum verfügt Berlin über einen der bedeutendsten Sammlungs-, Archiv- und Präsentationsstandorte in Europa. Und es gibt Stadtteilbibliotheken, die auf Grund ihrer unzureichenden Ausstattung am Existenzminimum herumdümpeln.


Angesichts dieser wirklich repräsentativen Bibliotheken, die alle öffentlich zugänglich sind, fragt man sich schon, welches Vakuum die neue ZLB stopfen kann, dass die übrige Bibliothekslandschaft in Berlin nicht füllt.

In diesem Kontext drängen sich Fragen auf, die in der öffentlichen Diskussion um die ZLB noch nicht wirklich beantworten sind:
1. Stopft die ZLB wirklich Lücken, die in der sonstigen Bibliothekslandschaft vorhanden sind?
2. Ist ein Standort Tempelhof abseits der sonstigen wissenschaftlichen Einrichtungen und kulturellen Zentren für eine Landesbibliothek geeignet. Wer kennt die alternativen Standortuntersuchungen)
3. Ist das Raumprogramm mit seinen zusätzlichen Nutzungen – Vortragssäle, Theater, Foren – im Kontext vorhandener kultureller Einrichtungen notwendig?
4. Entspricht das Programm der ZLB einem zukunftsorientierten Kommunikations- und Medienzentrum?
5. Es gibt einen Entwurf von KSP, der die ZLB im ICC unterbringt und darüber hinaus noch Kongressnutzungen erhält. Wäre das ICC ein geeigneter Standort für die ZLB?
6. Für die ZLB sind 300 Mio. € eingeplant. Für das ICC sind 240 Mio. € zur Sanierung eingeplant. Dass ICC wird Ende 2013 geschlossen. Wäre es funktional denkbar die Investitionssummen auf den Standort des ICC zu vereinen?
7. Ist die ZLB angesichts der finanziellen  Debakel (BER und Verlängerung der A 100) zwingend notwendig?
8. Die Stadtteilbibliotheken sind in den Bezirken der „Bildung“ zugeordnet. Diese sind heillos unterfinanziert, so dass diese immer wieder auf der Kippe stehen. Ein Parallel- oder Alternativkonzept wäre die Stärkung der Stadtteilbibliotheken, um die benachteiligten Bildungsschichten in den Bezirken an die Hochkultur zu beteiligen. Ist das Konzept der ZLB mit den Stadtteilbibliotheken abgestimmt?

Um Anmeldung wird gebeten:
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