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Berliner Architekten- und Ingenieur-Verein fordert Mittel für städtebaulichen Wettbewerb für das Kulturforum vom Senat

 

Berlin, den 8. Januar 2015. Die Finanzierungszusage des Bundes für ein Museum der Moderne ist ein großer Gewinn für das Kulturforum. Aus Sicht des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin (AIV) eröffnet sich damit zugleich die Chance, jahrzehntelange städtebauliche Versäumnisse jetzt aufzuarbeiten.


Der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin fordert deshalb die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf, einen zweistufigen Wettbewerb auszuschreiben.


„Es reicht nicht aus, der Formation architektonischer Satelliten einen weiteren Bau hinzuzu-fügen. Im Laufe der Jahrzehnte sind die Potenziale des Kulturforums in einer unendlichen Planungsgeschichte untergegangen. So ist ein für Besucher unübersichtlicher und unwirtlicher Ort entstanden. Es besteht nun die Gefahr, dass durch einen neuen Solitär ohne städtebaulichen Rahmen die Probleme der vorhandenen Museen noch größer werden. Hier kann nur ein städtebaulicher Wettbewerb, der die Vorgaben für den Neubau und die Gestaltung des Umfelds definiert, als erster Schritt die derzeitige Misere lösen. Wenn man das an den Wettbewerb für das neue Museum koppelt, werden wieder die Disziplinen Architektur und Städtebau vermischt – was zur heutigen Situation geführt hat. Der Städtebau muss die Vorgaben für die Architektur entwickeln“, erklärt Tobias Nöfer, AIV-Vorstandsmitglied.


Mit dem Neubau an der Potsdamer Straße verändern sich schließlich die Sicht- und Wegebeziehungen zwischen den kulturellen Einrichtungen und dem umliegenden Stadtraum völlig, was im bisherigen Masterplan noch nicht berücksichtigt werden konnte. Deshalb plädiert der AIV zu Berlin dafür, vor dem Architektenwettbewerb für den neuen Museumsbau in einem städtebaulichen Wettbewerb das Ganze von der Philharmonie über die Gemäldegalerie bis zur Neuen Staatsbibliothek in den Blick zu nehmen.


Ziel muss es sein, die zerstreuten Potentiale der Institutionen im Kulturforum zu bündeln, indem sie räumlich neu geordnet und dadurch als Ganzes erlebbar gemacht werden. Dafür müssen die Wahrnehmbarkeit der Museen der Europäischen Kunst einschließlich der Gemäldegalerie gestärkt und ihre Erreichbarkeit verbessert werden, die sich heute wie in Nischen versteckt fast unsichtbar im Stadtraum an der Potsdamer Straße befinden. Die Eingänge der Gemäldegalerie, des Kunst- und Gewerbemuseums und des Kupferstichkabinetts müssen deutlicher hervortreten und in ihrer architektonischen Besonderheit wahrnehmbar werden. Die Museen könnten so besser als kulturelle Anziehungspunkte inszeniert und ihrer Bedeutung entsprechend gleichberechtigt wahrgenommen werden.


Schnelle Entscheidungen sind jetzt gefragt, ohne dabei urbane und gestalterische Qualitäten zugunsten günstiger Lösungen zu projektieren. Der Berliner Senat muss jetzt die für einen städtebaulichen Wettbewerb nötigen Mittel bereitstellen und auch bereit sein zusätzliche Mittel in das Umfeld zu investieren.

Presseanfragen: Jörg Brause - Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Bild: www.kulturforum-berlin.info

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