Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin (AIV) befür­wortet nach wie vor die Ergänzung der offenen Mitte des Kulturforums nach dem städtebau­lichen Konzept von Hans Scharoun. Scharoun sah für die vakante Fläche an der Potsdamer Straße ein Gästehaus des Senats vor. Dafür gibt es heute keinen Bedarf mehr.

“Nahe liegende und der Bedeutung des Kulturforums angemessene Bauten werden sich aber auf die Schnelle nicht verwirklichen lassen oder sind wie die Zentral- und Landesbiblio­thek an anderer Stelle geplant. Auch der Raumbedarf für die Sammlung Pietsch reicht nicht aus, um die Fläche auf markante Weise zu füllen, für die der Standort hinter dem Skulpturen­hof der Nationalgalerie angemessen ist. Deshalb sind jetzt temporäre Lösungen gefragt, bis sich eine adäquate Nutzung für die offene Mitte findet, um die Unwirtlichkeit zu beseitigen“, erklärt Prof. Wolfgang Schuster, 1. Vorsitzender des AIV zu Berlin.

Solange sollte nach Ansicht des AIV zu Berlin die freie Fläche offengehalten werden. Prof. Wolfgang Schuster: „Eine wechselnde Bespielung kann die bestehende Barriere zwischen der Stadtöffentlichkeit und dem Kulturangebot der Anrainer aufweichen. Mehr noch, indem das Areal nicht sich selbst überlassen bleibt und künstlerische Interventionen es beleben, lassen sich die vielfältigen Potenziale des Platzes erst entdecken und veranschaulichen. Vielleicht entsteht dann, auf dem heute eher tristen Gelände, eine Szenerie, die nicht durch die Hochkultur bestimmt wird. Für einen Freiraum für Improvisationen - für die noch „kleinen Kulturen“ - bedarf es einer minimalen Infrastruktur, die ebenfalls temporär gedacht werden darf. Es gibt soviele Verstetigungspotenziale, denen nicht zwingend eine Planung vor­ge­schaltet werden muss.“

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