Bauakademie TAZ

Aus der TAZ vom 09.03.2017 (Rolf Lautenschläger)

"Wenn auf Veranstaltungen zu Karl Friedrich Schinkels Bauakademie Fotos, Illustrationen und Zeichnungen von dem 1962 abgerissenen Gebäude gezeigt werden, steigt jedes Mal der Erregungsgrad im Publikum: Der rote profane Backsteinbau von 1836, der ideale Kubus und der schöne Terrakottaschmuck – Schinkels Architektur gilt noch immer als die Ikone der Moderne des 19. Jahrhunderts.

Auch am Mittwochabend im Haus der Berliner Stadtbibliothek setzten die Veranstalter – der Verein Berliner Wirtschaftsgespräche sowie der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin (AIV) – bei einer hochkarätigen Diskussionsrunde zum Thema „Bauakademie – Was und Wie?“ wieder diese Mittel ein. Sollte doch mit der medialen Erinnerung an „Schinkels revolutionären Bau“, so der Architekturhistoriker Peter Lemburg in seinem einführenden Vortrag, zugleich die Richtung des Wiederaufbaus vorgegeben werden. Denn diese Richtung – modern versus original – ist bis dato offen.

BWG AIV

Dossier und inhaltliche Zusammenfassung der Veranstaltung vom 08.03.2017

"Der Bund stellt die finanziellen Mittel für den Neubau bzw. Wiederaufbau der Bauakademie am Schinkelplatz in Mitte – die Bauakademie wird somit ein öffentliches Gebäude werden. Was soll in das Gebäude hinein, und welche Gestalt soll die „neue Bauakademie“ haben? Hierüber sprach an diesem Abend im Berlin-Saal der Zentralen Landesbibliothek ein hochkarätiges Podium.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten Anna Jacobi, die Pressesprecherin der ZLB, als Hausherrin und Dr. Melanie Semmer in ihrer Funktion als 2. Vorsitzende des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin e.V. und als Vorstandsmitglied der berliner wirtschaftsgespräche e.V. die Anwesenden. Der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin wurde 1824 von jungen Bauconducteuren, Studenten wie auch Absolventen der Bauakademie gegründet.

Pressemitteilung des AIV vom 16.01.2017 an Frau Dr. Barbara Hendricks, Senatoren und Beteiltigte mit konkreten Vorschlägen zum Programm einer Internationalen Bauakademie

AIV Bauakademie Programm

„Die Schinkelsche Bauakademie wird wiederaufgebaut als ein öffentlicher Ort der Lehre, Forschung, Präsentation und des Diskurses über die Zukunftsthemen der Städte und der Architektur.“   

(Koalitionsvereinbarung zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) Landesverband Berlin, DIE LINKE Landesverband Berlin und BÜNDNIS 90/ Die Grünen Landesverband Berlin für die Legislaturperiode 2016-2021, Zeile 232-234).   

Der Brief des AIV zum Download

27 Jahre nach der Wende und 21 Jahre nach dem Abriss des DDR-Außenministeriums hat sich im Land Berlin politisch ein Konsens darüber gebildet, was von vielen Experten und Vereinen seit langem vertreten wurde: Die Schinkelsche Bauakademie am Schinkelplatz 1 muss wiederaufgebaut werden. Auch auf Bundesebene ist spätestens seit dem Richtfest des Humboldt Forums klar, dass an jenem Ort, an dem Musterecke, Fassadenfolie und Roter Saal zunehmend Patina ansetzen, gehandelt werden muss. In der Einsicht darüber, dass neben dem Humboldt Forum auch dieses Vorhaben von bundesweiter Tragweite ist, wurde parallel zur Vereinbarung der Berliner Koalition aus dem Bundeshaushalt das notwendige Budget zum Wiederaufbau zur Verfügung gestellt. Mit der finanziellen Zuwendung des Bundes zum Wiederaufbau rückt die Frage nach Botschaft, Nutzung und Trägerschaft einer künftigen Bauakademie in das öffentliche Interesse.