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„Bürgerstadt Buch“

Es hat schon so etwas von Buena Vista Social Club, da kommen die Alten Männer der Stadtentwicklung, begleitet von einer jüngeren Generation, die die digitalen Medien beherrscht und zeigen den vermeintlichen Profis in der Senatsbauverwaltung und in den Bezirken, wie man die Klaviatur des Städtebaus beherrscht. Es ist keine neue Musik, die sie da erfinden, aber es sind die genialen Konzepte, die bereits Anfang der 90er Jahre entwickelt wurden – übrigens im Auftrag der Senatsbauverwaltung – die so neu erscheinen, dass die Autoren ihr Vorhandensein vergessen machen. Gemeint ist die „Bürgerstadt Buch“!

Eine kleine Entwicklungsträgergesellschaft, die „Bürgerstadt AG“, deren Aktionäre sich bereits im Jahre 2000 zusammengefunden haben, um die Innenstadtentwicklung mit dem Slogan „Bürger kauft Eure Stadt“ voran zu treiben, ist die Initiatorin des Projekts. Die wissenden Bürger Berlins, und vor allem die, die sich in dem Metier der Stadtentwicklung auskennen, können ihre Augen einfach nicht vor der Ideenlosigkeit, der doch eigentlich zuständigen Verwaltung verschließen. Auch andere Gruppen werden initiativ um die drängenden Fragen der Stadtentwicklung des Metropolenraums Berlins zu thematisieren. So schreibt der Architekten und Ingenieurverein zu Berlin zeitnah einen internationalen, städtebaulichen Wettbewerb aus, um diskutable Lösungsansätze für die Entwicklungsprobleme des Metropolenraums Berlins und Brandenburgs zu erhalten.

Das Konzept der Bürgerstadt Buch ist tatsächlich bestechend. Im wesentlichen landeseigene Flächen, die bestens von Regional- und Stadtbahnstrecken sowie Autobahnen erschlossen sind. Die Naherholungszonen in Form von Landschaftsschutzgebieten, die man natürlich entsprechend geschützt entwickeln müsste, sind vorhanden. Wäre da nicht ein kleiner Schönheitsfehler: der Bezirk Pankow hat mit seiner Gewerbeansiedlung in Teilen des Areals Fakten geschaffen. Aber auch hier weiß die „Bürgerstadt Buch“ eine Antwort: „Gewerbe wird integriert“!

Ja, das Entwicklungsvorhaben ist alleine durch seine Größe mit rd. 100.000 Einwohnern im Gegensatz zu den kleinteiligen Bebauungsvorhaben und der Konzentration auf Problemflächen im Zentrum, ein Hingucker. Gerade der Bezirk Pankow steht sich durch die politische Konstellation ihrer BVV bei der Entwicklung von Siedlungsvorhaben selbst im Weg. Die BVV Pankow wäre gut beraten sich geschlossen hinter dieses Projekt zu stellen und ihre ewigen Bedenkenträger in die dritte Reihe zu verbannen. „Bürgerstadt Buch“ könnte auch ein Senatsprojekt werden, in dem die Verwaltungen und politisch Verantwortlichen nicht zur Verhinderung des Programms beitragen, sondern in dem interessierten Bürger in Form von Genossenschaften, Baugruppen, Häusle-Bauer, Gewerbetreibender und Ausgründer einen programmatischen Partner sehen.

Mit den bereits durchgeführten Projekten zeigt die Bürgerstadt, dass sie das Gemeinwohl nicht aus den Augen verliert. Das Gemeinwohl steht auch im Interesse des Bürgers dieser Stadt. Wer sich engagieren will, sollte auch die Möglichkeit dazu haben. Die Verwaltungen Berlins erweisen sich selten als Partner bei der Entwicklung kleinerer und großer Bauvorhaben. Dieses Projekt könnte auch ein Neuanfang in der Beziehung von Bauverwaltung und Bürger sein.

Ein weiterer positiver Aspekt von „Bürgerstadt Buch“ ist die Ausrichtung nach Brandenburg. Die vorhandene Infrastruktur würde gestärkt und damit die im Norden liegenden Zentren der Metropolenregion, in diesem Fall Bernau und Oranienburg, in ihrer Entwicklung begünstigt. Dies entspricht auch den Intensionen des Landesentwicklungsplan Brandenburg.

Unsere Politiker wären gut beraten sich das Konzept der Bürgerstadt Buch zu Eigen zu machen. Hinter diesem Konzept steht ein bürgerschaftliches Engagement zur Lösung von Siedlungsproblemen der Stadt Berlin. Hier würde man sich jetzt einen Volksentscheid wünschen, der nicht das Bauen verhindert, sondern impliziert. Der Senat hat bereits durch Unvermögen die bauliche Entwicklung des Tempelhofer Feldes in den Sand gesetzt. Oder die Heuchelei mit der Entwicklung des Innovations-Campus der Siemens AG in Siemensstadt; hier ist der Kapitalgewinn von Siemens durch die Entwicklung der Grundstücke größer als das in Aussicht gestellte Investitionsvolumen von 620 Millionen Euro. Oder das Areal am Checkpoint Charly, in das ein privater Bauträger viel Geld für die Planung der baulichen Entwicklung gesteckt hat, aber aufgrund der politischen Querelen keine partnerschaftliche Lösung gefunden wird.

Man kann der „Bürgerstadt Buch“ nur wünschen, dass sie weiter durch die positive Reaktion in der Bevölkerung und vor allem der Medien getragen wird.

Prof. em. Dr. h.c. Wolfgang Schuster

Architekt und Stadtplaner im AIV zu Berlin

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NTG ORAGrundriss EG 1024x724

Institut für Jüdische Theologie der Uni Potsdam und Abraham-Geiger Kolleg in barockem Gebäudeensemble im Park Sanssouci, Potsdam

Mit dem Ausbau für das Institut für jüdische Theologie und der ersten akademischen Ausbildungsstätte für Rabbiner und Kantoren in Zentraleuropa nach der Schoah, bleibt, im respektvollen Umgang mit dem denkmalgeschützten Bestand des kleinen Gebäudeensembles aus dem Barock im Park Sanssouci, die wertvolle, historische Bausubstanz der Gebäude weitestgehend erhalten. Durch das „Haus im Haus Prinzip“ wird von Rüthnick Architekten ein moderner Neubau in den Bestand der historischen Orangerie integriert. Im umgebauten Nordtorgebäude entstehen neue Räumlichkeiten für das Abraham Geiger Kolleg und das Zacharias Frankel College. Der zwischen der Orangerie und dem Nordtorgebäude gelegene Verbindungsbau wird künftig die Synagoge aufnehmen.

Referentin: Elisabeth Rüthnick, Inhaberin des Büros Rüthnick Architekten. Seit 30 Jahren liegt der Schwerpunkt des Büros bei anspruchsvollen Neubauten sowie Planungs- und Bauaufgaben zur Umnutzung und Erweiterung von Bestandsgebäuden unter Denkmalschutz.

Anmeldung erbeten unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Teilnahme für AIV- Mitglieder kostenlos, Gäste spenden an den AIV (20 Personen max.), Treffpunkt ebenda

Termin: Dienstag, 18.06.2019, 17:00 Uhr

Anmeldung erforderlich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch oder per Fax 030 / 8854 583

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BSTF

Bodenschatz Diktatur 16.Mai Seite 1

Wissenschaft in der Stadt
Europäische Metropolen und Architekturen der Wissenschaft vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Prof. Harald Bodenschatz in in Diskussion mit Prof. Dr. Gabriele Metzler (HU Berlin) und PD. Dr. Arne Schirrmacher (HU/TU Berlin) am 16.05.2019 von 18:00 - 20:00 Uhr.

Der Film zum Wettbewerb, die Zusammenfassung von Gesprächen mit Teilnehmer*innen und Preisträger*innen vom AIV-Schinkel-Wettbewerb 2019. Spannende Einblicke in die Motive der Studierenden und eine schöne Wiederkehr der Ausstellungszeit in der UdK!

Ein Film von Swantje Uphoff

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am 8. April wurde der Vorstand erneut gewählt. Neuer Vorstandsvorsitzender ist Dipl.-Ing. Tobias Nöfer. Ihm zur Seite stehen Dr.-Ing. Melanie Semmer als stellvertretende Vorsitzende, Dipl.-Ing. Sonja Berghaus als Schatzmeister, Dipl. Bauing, ETH Nicole Zahner als Schriftführerin sowie Rechtsanwältin Christiane Columbus als Justiziarin.

AIV Vorstand 2019

Hier die Festrede zum AIV- Schinkelfest 2019 von Prof. Dr. Tilman Harlander, Professor für Architektur- und Wohnsoziologie über “Wohnen - zwischen Markt und Gemeinwohl”, im Wilhelm-von-Humboldt-Saal in der Staatsbibliothek Unter den Linden.

Video, Schnitt und Regie: Swantje Uphoff Videoproduktion.

Den Wilhelm-von-Humboldt-Saal stellte die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Dr. h.c. (NUACA) Barbara Schneider-Kempf, für diesen Anlass großzügig zu Verfügung, Ihr sagen wir unseren herzlichsten Dank!

Das Schinkelfest mit Vergabe der Auszeichnungen an die Preisträger des Schinkel-Wettbewerbs fand im festlichen Rahmen statt. Den Wilhelm-von-Humboldt-Saal in der Staatsbibliothek Unter den Linden stellte die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Dr. h.c. (NUACA) Barbara Schneider-Kempf, für diesen Anlass zur Verfügung. Nachdem sie die Festgesellschaft begrüßt hatte, leitete Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, mit einem Grußwort in die Thematik ein.

(Fotos: Sebastian Semmer)

AIV Schinkelfest 13032019 61

Besuchen Sie die Ausstellung vom AIV-Schinkel-Wettbewerb 2019 in der Quergalerie der Universität der Künste, Hardenbergstr. 33, 10623 Berlin noch bis zum 30.03.19, Mo - Fr 9-21 Uhr, Samstag 11-19 Uhr.

(Fotos: Sebastian Semmer - danke!)AIV SW Ausstellung 13032019 30

"Der Anspruch des AIV, mit dem Wettbewerb die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern, wurde wieder voll erfüllt, Kooperationen finden sich auch unter den Gewinnerarbeiten wieder. Im Preisgericht haben wir zudem die außergewöhnlich hohe Qualität der eingereichten Beiträge gelobt. Wir sind mit dem Wettbewerb rundum zufrieden“, so Eva Krapf, Vorsitzende des Schinkel-Ausschusses. Danke an alle die zum großartigen Wettbewerbsergebnis beigetragen haben! AIV Pressemitteilung

Der AIV Katalog zum Wettbewerb hier.

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