Aufgabenstellung

Auf dieser Seite finden Sie die Aufgabenstellungen des Schinkel-Wettbewerbs des Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin.

WESTKREUZ BERLIN: AIV-Schinkel-Wettbewerb 2017 EINFÜHRUNG
I. CANYON
II. ARRIVAL CITY
III. FRIENDLY ALIEN
TERMINE
PLAKAT

 

EINFÜHRUNG

Der AIV-Schinkelwettbewerb nimmt in diesem Jahr das Berliner Westkreuz in den Blick. Ziel ist es, Entwicklungspotentiale rund um den Verkehrsknotenpunkt zu erschließen. Dazu sind dazu drei unterschiedliche Aufgabenstellungen vorgesehen. Neben einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Ort bildet der Themenschwerpunkt Transit/Ankunft/Migration eine zweite inhaltliche Klammer. Ein dritter Schwerpunkt greift das Potential von Großformen im Umgang mit diesem schwierigen Ort auf. Vorbilder dazu bilden Städtebau-Utopien 1920er und 1960er Jahre, wie der ‘Wolkenbügel’ von Lissitzky oder Archigrams ‘Walking City’.

I. CANYON

Das Westkreuz gehört zu den auffälligsten Zäsuren im Berliner Stadtgefüge. Trassen, Rampen, Brücken und Böschungen bilden ein abweisendes, zu Fuß und mit dem Rad kaum zu durchdringendes Geflecht. Die durch die Trassen zerschnittenen Flächen lassen sich nur eingeschränkt nutzen. Exemplarisch sind Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Flächenreserven im Bereich von belasteten Verkehrstrassen zu qualifizieren und als vielfältig nutzbare Stadträume wieder zu gewinnen.

Anknüpfungspunkte dazu bilden zwei komplementäre Szenarien: Das Szenario ‘Status Quo’ geht von davon aus, dass die Flächen in der vorliegenden Form aktiviert werden sollen. Ergänzend sieht das Szenario ‘Umbau’ eine Bündelung und Anpassung der Verkehrstrassen vor. Der zu entwickelnde städtebaulich-freiräumlicher Entwurf soll in aufeinanderfolgenden Phasen beide Entwicklungsstufen berücksichtigen. Dabei soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen öffentlich nutzbarem Freiraum und städtischer Bebauung entstehen.

Zu den besonderen Herausforderungen der Aufgabe gehört die Vernetzung der gegenüberliegenden Stadtteile, eine Aktivierung der Flächenpotentiale sowie die Entwicklung von geeigneten Freiraum- und Gebäude-Typologien im Umgang mit den Eigenarten des Standortes. Die Aufgabe richtet sich an die Fachsparten Städtebau, Landschaftsarchitektur, Architektur, Verkehrplanung und konstruktiver Ingenieurbau.

II. ARRIVAL CITY

Der Berliner Busbahnhof ZOB liegt in unmittelbarer Nähe zu Westkreuz, ICC und Messe-Gelände. Inzwischen platzt der Bahnhof aus allen Nähten. Mit seiner Neukonzeption bietet sich auch die Chance zur Neuordnung des näheren Umfeldes. Im Anschluss zum Haus des Rundfunks von Poelzig soll ein neues Quartier mit eigener Identität entstehen.

Dazu sind gemischte Stadtbausteine zu entwerfen, die den Busbahnhof um komplementäre Nutzungen ergänzen. An der Schnittstelle Messedamm und Masurenallee / Neuer Kantstraße ist ein prägnanter Stadteingang zu entwickeln. Entlang der Stadtautobahn soll die bestehende Stadtkante fortgeführt und akzentuiert werden. Dabei ist die stadträumliche Wirkung von Funkturm und ICC als städtebauliche Zeichen zu berücksichtigen.

Der Busbahnhof soll als städtische Nutzung neu konzipiert und an aktuelle Anforderungen angepasst werden. Ziel ist der Entwurf eines zeitgemäßen Ankunfts- und Abreiseortes. Der Bahnhof ist als Transit-Hub in Tieflage zu entwickeln. Als Schnittstelle unterschiedlicher Moblitätsformen ist er sinnvoll mit den anschließenden Verkehrsarten zu verknüpfen. Dabei sind die unterschiedlichen Ansprüche der jeweiligen Fortbewegungsart zu berücksichtigen. Die Aufgabe richtet sich an die Fachsparten Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung.

III. FRIENDLY ALIEN

Eine ‘Stadtmaschine’ als Versuch: Sie soll neue Stadträume erschließen, bestehende Zäsuren überbrücken, Enklaven nutzbar machen, städtische Dichte und Mischung neu interpretieren.

Im Umfeld des Verkehrsknotens Westkreuz liegen zahlreiche Teil- und Restflächen. Es werden Entwürfe gesucht, die exemplarisch zeigen, dass sich diese Enklaven als wertvolle innerstädtische Flächenressourcen wiedergewinnen lassen. Anknüpfend an Großformen wie ICC oder ‘Zitrone’ (Büroturm der Architekten Léon-Wohlhage) soll ein kompaktes Gebäudevolumen entwickelt werden, das einen Mix an unterschiedlichen Nutzungen ermöglicht. Der Entwurf soll eine bessere Vernetzung der angrenzenden Stadtteile ermöglichen und das Angebot an öffentlichen Räumen erweitern. Die Grundfläche ist dazu möglichst durchlässig zu belassen. Konstruktiv soll das Gebäudevolumen daher mit möglichst wenigen Auflagerpunkten auskommen.

Aufgrund seiner besonderen Lage am westlichen Stadteingang kann das Objekt eine übergeordnete städtebauliche Zeichenfunktion übernehmen. Dazu ist die stadträumliche Wirkung des Funktums und des ICCs einzubeziehen. Der Entwurf kann bewusst an bestehende Großbauten sowie Städtebau-Utopien anknüpfen. Dabei ist eine sinnvolle Balance zu suchen, die kompakte Organisation und Erschließung mit zeitgemäßen Anforderungen an Gestalt und Lebensqualität verbindet. Die Aufgabe richtet sich an die Fachsparten Architektur, Landschaftsarchitektur und konstruktiver Ingenieurbau.

TERMINE

26.09.16      AUFGABENAUSGABE
11.11.16      RÜCKFRAGENKOLLOQUIUM
02.01.17      ANMELDESCHLUSS
06.02.17      ABGABE
13.02.17-
15.02.17      VORPRÜFUNG
18.02.17      JURY
12.03.17      AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
13.03.17      PREISVERLEIHUNG / SCHINKELFEST

 

PLAKAT

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