Als Reaktion auf den Offenen Brief des AIV zu Berlin vom 13.Dezember 2016 erklärte der neue Stadtentwicklungsstadtrat für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Oliver Schruoffeneger (Grüne), gegenüber dem Tagesspiegel , für mehr Personal fehle das Geld. Den vollständigen Artikel lesen Sie hier  Der Tagesspiegel .

Die Stadt fährt Vollgas und die Politik zieht die Handbremse

Sehr geehrte Damen und Herren,

es wird auch Ihnen und den Verantwortlichen in den Bezirksämtern nicht entgangen sein, dass Berlin seit einigen Jahren eine dynamische Entwicklung vollzieht. Die Stadt wird mehr und mehr zu einer faszinierenden und zunehmend auch wirtschaftsstarken Metropole, das weiß alle Welt. Im krassen Gegensatz dazu steht das Verhalten der Organe des Landes Berlin. Der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin möchte Ihnen mit diesem Schreiben ein Beispiel bringen von unhaltbaren Zuständen in der Berliner Verwaltung, und davon, wie es nicht weitergehen kann.

Das Stadtplanungsamt Charlottenburg-Wilmersdorf ist chronisch so unterbesetzt, dass es nicht einmal mehr die üblichen und unbedingt notwendigen Beratungstermine zur Verfügung stellen kann. Dies liegt nicht nur an Krankheit und anderen Ausfällen, sondern schlicht und ergreifend an Untätigkeit im Personalmanagement. Vor allem also daran: die Stadt fährt Vollgas und die Politik zieht die Handbremse.

So ist zum Beispiel die Stelle des stellvertretenden Leiters der Bauleitplanung aus Sparsamkeit seit 2 Jahren unbesetzt. Und die Bezirkspolitik meint, dass es ausreicht, wenn sie – wie jetzt das Ziel ist – frei werdende Stellen innerhalb von 7 Monaten wiederbesetzt. Es müssen aber 0 Monate sein!

An einem Morgen letzter Woche zur normalen Geschäftszeit zum Beispiel war das Stadtplanungsamt mit nur einem einzigen Mitarbeiter besetzt, der verzweifelt wie Sisyphos versucht den Berg an Vorgängen abzuarbeiten. Davon wird der sicher auch bald krank.

Das Beispiel zeigt eines sehr deutlich: Die Berliner Planungsämter sind überfordert und brauchen dringend mehr Personal, um mit dem rasanten Wachstum der Stadt mitzuhalten.

Es ist sicher falsch an den Stellen Geld zu sparen, die das Land aus seiner finanziellen Misere holen könnte. Es muss das Steuergeld zur Verfügung gestellt werden, das die Bürger dem Staat zahlen, damit der seine Geschicke zum Wohle aller lenkt. Die derzeitigen Zustände sorgen dafür, dass Bauvorhaben verzögert oder ganz abgesagt werden, die die Stadt dringend benötigt. Wird hier nicht umgehend massiv gehandelt, ist der soziale Frieden gefährdet. Es ist erstaunlich aber wahr, wie banal die Hintergründe sind. Das ist das Gegenteil von dem was die Politik in Sonntagsreden ankündigt und Koalitionsverträgen vereinbart.

Für den Vorstand des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin e.V.

Tobias Nöfer, Architekt

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Spaghetti Monster

"Aus der Vogelperspektive betrachtet entfaltet das "Spaghettimonster" aus Bahngleisen, Autobahn und Stadtstraßen rund um Funkturm und S-Bahnhof Westkreuz noch eine gewisse Ästhetik", schreibt in ihrem Artikel zum AIV-Schinkel-Wettbewerb 2017 die Autorin Isabel Jürgens.

Westkreuz - Mit Mut und Fantasie das Spaghettimonster entwirren

Berlin, 27.09.2106. Der AIV-Schinkel-Wettbewerb 2017 widmet sich dem Berliner Westkreuz, einem der zentralen Verkehrsknotenpunkte und stellt damit die Folgen der autogerechten Stadt auf den Prüfstand.

Über die Jahre hat sich rund um das Westkreuz eine Terra incognita gebildet, die sich kaum zu Fuß oder per Rad durchqueren lässt. Das Nebeneinander aus Auto- und Bahntrassen zerschneidet das Stadtgefüge, zwischen den angrenzenden Stadtteilen bestehen kaum Verbindungen. Auch der zentral gelegene S-Bahnhof Westkreuz ist kaum erreichbar. Mit den Verkehrsbauwerken sind nicht nur deutliche Einschränkungen für Mensch und Umwelt verbunden, sie hemmen auch die städtebauliche Entwicklung des Umfeldes bis hinein in die Innenstadt. Entsprechend verharrt das Umfeld des ICC wie des Zentralen Omnibusbahnhofs in einem trostlosen Zustand.

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Unterwegs im Wettbewerbsgebiet: Berliner S-Bahnring entlang der Stadtautobahn A 100 Richtung ICC und Autobanhdreieck Funkturm

Das Wettbewerbsgebiet umfasst, vom Autobahnkreuz Funkturm ausgehend, der Avus und der A 100 folgend über den S-Bahnhof Westkreuz hinaus bis hin zur Neuen Kantstraße und der Masurenallee, eine Fläche von rund 140 ha.

 zwischenstadt zehlendorf teltow plakat klein

Ausstellung in der von Frei Otto und von Ewald Bubner entworfenen Kirche in Berlin-Schönow.

Länderübergreifende Perspektiven für Zehlendorf und Teltow

Berlin. Vom 25.09. bis 29.09. 2016 nimmt der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin zusammen mit der Bürgerinitiative Zehlendorf die Entwicklung rund um den Teltowkanal unter die Lupe.

Entlang der Landesgrenze von Berlin und Brandenburg, am Teltowkanal hat sich inzwischen ein ausgedehntes Stück ‘Zwischenstadt’ entwickelt. Zurzeit fehlen für den Bereich gemeinsame Entwicklungsziele und für beide Seiten verbindliche Pläne.In Gesprächsrunden und Workshops sollen Ideen zur Zukunft der Schnittstelle zwischen Zehlendorf und Teltow gesammelt werden. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich an den Diskussionen und den Workshops zu beteiligen.

Der Fokus der Veranstaltungen liegt dabei auf drei Schwerpunkten: